Von 1633 bis zur Eröffnung des Hanauer Hauptfriedhofes 1846 fanden protestantische Bürger Hanaus auf dem Alten Deutschen Friedhof ihre letzte Ruhe. 1908 wurde das alte Friedhofsgelände dem Staat Preußen zur Errichtung von Gerichtsgebäuden überlassen. Der damals zuständige Landbaumeister August Bode rettete eine Anzahl bedeutender Grabsteine und ließ sie in einer Mauer am Fischerhüttenweg einmauern. Über Jahre haben saurer Regen und Staunässe den Buntsandsteinen stark zugesetzt, so dass die Inschriften kaum mehr lesbar waren. Im Rahmen des Projektes „Erhaltung und Umgestaltung Alter Deutscher Friedhof“ übernahm der ZC Hanau die Patenschaft für den Grabstein von Elisabeth Wurm aus dem Jahr 1750. Patenaktion für Alten Deutschen Friedhof – Wieder vier Grabsteine restauriertOberbürgermeister Claus Kaminsky präsentierte dieser Tage zusammen mit dem Vorsitzenden des Vorstands der Sparkasse Hanau Robert Restani und dem Ehrenvorsitzendem Dr. Eckhard Meise vom Hanauer Geschichtsverein vier frisch restaurierte Grabsteine auf dem Alten Deutschen Friedhof an der Nussallee. Die Stadt Hanau, Restaurator Michael Steyer aus Eppstein, der ZONTA-Club Hanau mit Präsidentin Dr. Karin Pantel-Lapp und das Ehepaar Ortwin und Renate Emmerich engagierten sich mit insgesamt rd. 14.000 Euro, um die letzten Zeichen des bürgerlichen Hanau aus dem 17. und 18. Jahrhundert für die Zukunft zu erhalten. Auf dem Alten Deutschen Friedhof fanden von 1633 an die nicht zur niederländischen und wallonischen Gemeinde gehörenden protestantischen Hanauer Bürgerinnen und Bürger ihre Totenruhe. Als er belegt war, wurde 1846 der heutige Hanauer Hauptfriedhof an der Ehrensäule angelegt. 1908 überließ die Stadt Hanau das alte Friedhofsgelände dem Staat Preußen zur Errichtung von Gerichtsgebäuden. Der damals zuständige Landbaumeister August Bode rettete in umsichtiger Art und Weise eine Anzahl bedeutender Grabsteine und ließ sie in einer Mauer am Fischerhüttenweg einmauern. Ohne sein Engagement wären sie damals eingeebnet worden. Aber auch heute sind die Kleindenkmäler vom Untergang bedroht. Über Jahre haben saurer Regen und Staunässe den Buntsandsteinen stark zugesetzt. Viele Inschriften sind verwittert oder von dicken Moosschichten bedeckt. Nach langer Zeit des Diskutierens über eine angemessene Sanierung, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vom Hanauer Geschichtsverein immer wieder angestoßen wurde, fasste die Hanauer Stadtverordnetenversammlung im Jahre 2003 den einstimmigen Beschluss, sich der Restaurierung der bedeutenden 58 Grabsteine und 24 Kenotaphe anzunehmen. Bei Kenotaphen handelt es sich um leere Gedenksteine (altgriechisch kenos = leer, taphos = Grab). Damals wurde auch die Idee des Geschichtsvereins von Patenschaften für den Alten Deutschen Friedhof der Öffentlichkeit präsentiert. Das Projekt „Erhaltung und Umgestaltung Alter Deutscher Friedhof“ wurde mit einer Bestandsaufnahme und einer Schadensanalyse, gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Hanau, eingeleitet. Die ersten fachkundigen Sanierungen begannen im Frühjahr 2006. Bis jetzt konnten 15 der Grabsteine in sehr zeitintensiver, akribischer Arbeit durch Diplom-Restaurator Steyer und seine Mitarbeiter Simon Kunz und Carlos Martins gesichert werden. Jedes Jahr stehen 3 bis 4 der mächtigen steinernen Zeugnisse zur Restaurierung an. Mittlerweile engagieren sich 30 Paten für die Sanierung je eines Steins bzw. Kenotaphs. Für 52 Kleindenkmale werden noch Spender gesucht. Insgesamt kamen mit Mitteln der Stadt Hanau, der Stiftung der Sparkasse Hanau, privater Spender und Bußgelder bisher rd. 66.000,-- Euro zusammen, die Gesamtkosten der Restaurierung wurden mit 165.000 Euro errechnet. Der Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V. als Motor der Patenaktion wirbt deshalb weiter um Spenden für die Restaurierung der übrigen Grabsteine. Entsprechende Restaurierungslisten können bei der Unteren Denkmalschutzbehörde (Tel. 06181/295-392), beim Eigenbetrieb Grünflächen (Tel. 06181/399125) oder beim Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V. (Tel. 06181/22494) angefordert werden. Nach Auskunft von Vereinsvorsitzendem Martin Hoppe liegen die Sanierungskosten je nach Aufwand und Größe der Grabmäler zwischen 400,-- und 8.000,-- Euro; Patenschaften sind grundsätzlich teilbar, d. h. auch kleinere Spenden sind möglich. Für die Spenden auf das Konto 50005 der Stadt Hanau bei der Sparkasse Hanau (BLZ 50650023), Verwendungszweck Spende „Alter Deutscher Friedhof“, können Zuwendungsbestätigungen ausgestellt werden. Grabstein Elisabeth Wurm, Patin: ZONTA-Club Hanau Der 171 cm hohe Stein aus rotem Mainsandstein erinnert auf einer Schrifttafel in Form eines (Toten)tuchs mit folgenden Sätzen an die Verstorbene: „Hier ruhet in Gott weiland die edle Frau Elisabeth Wurm, geb. Graf am 13.4.1708 in Dreieichenhain. Frau des Johann Peter Wurm, Bürgerleutnant und evangelisch-lutherischer Zensor, geheiratet am 12.11.1726. Starb selig am 6. September 1750, am Sonntag nach der Hauptpredigt nach Hause gehend in ihres liebsten Mannes Armen im Alter von 42 Jahren, 5 Monaten.“ Das Tuch wird von zwei kleinen Engeln gehalten. Im unteren Viertel ist ein plastisches Ornament mit Blumen dargestellt, das von Blättern, Schnecken und Rollwerk gerahmt wird. Grabstein Helena Weißel, Patin: Stadt Hanau Grabstein Johann Adam Jacobi, Pate: Restaurator Matthias Steyer Grabstein Johannes Storck, Paten: Eheleute Ortwin und Renate Emmerich Die Paten sind an den jeweiligen Steinen mit Täfelchen erwähnt. |
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